Die Säulen einer erfolgreichen Arbeitgebermarke

Mehr als nur Gehalt

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Personen besprechen Employer Branding Themen und schreiben Begriffe auf Post-Its

Die Employer Value Proposition (EVP) als Fundament

Die Employer Value Proposition (EVP) ist der Eckpfeiler jeder erfolgreichen Arbeitgebermarke. Sie formuliert die einzigartigen Vorteile, Erfahrungen und Möglichkeiten, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitern im Austausch für ihre Fähigkeiten und Beiträge bietet. Eine überzeugende EVP geht über wettbewerbsfähige Gehälter hinaus und umfasst entscheidende Elemente wie: solide Möglichkeiten zur   

Karriereentwicklung und kontinuierliches Lernen; echtes Engagement für die Work-Life-Balance, einschließlich flexibler Arbeitszeiten und Remote-Optionen; und natürlich Vergütung und Leistungen, die wettbewerbsfähig und attraktiv sind. Die EVP ist das, was ein Unternehmen als Arbeitgeber wirklich differenziert und potenzielle Kandidaten von seiner Attraktivität überzeugt.   

Bedeutung von Unternehmenskultur, Führung, Vertrauen und individueller Entwicklung

Während eine wettbewerbsfähige Vergütung eine Grundvoraussetzung ist, suchen moderne Mitarbeiter viel mehr. Eine positive und unterstützende Unternehmenskultur ist von größter Bedeutung. Dazu gehört eine empathische und offene Führung, da 91% der Mitarbeiter der Meinung sind, dass es ihren Führungskräften an Kommunikationskompetenz mangelt, und 69% würden sich mehr anstrengen, wenn sie mehr Wertschätzung erfahren würden. Vertrauen ist ein grundlegender Attraktionsfaktor, der nach der Pandemie noch wichtiger geworden ist. Darüber hinaus ist die Anerkennung und Anpassung an die Individualität der Mitarbeiter, durch Ansätze wie das „idiosynkratische Jobdesign“, das Aufgaben an individuelle Stärken anpasst, entscheidend. Möglichkeiten zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und klare Karriereperspektiven sind ebenfalls ausschlaggebend, wobei sich 70% der Mitarbeiter stärker gebunden fühlen, wenn sie solche Möglichkeiten sehen. Schließlich ist echte Flexibilität bei den Arbeitsmodellen – über das grundlegende Homeoffice hinaus, hin zu selbstbestimmten Arbeitszeiten und hybriden Optionen – ein wichtiger Bindungsfaktor für 2025 und darüber hinaus.  

Die Verschiebung der Mitarbeitererwartungen hin zu „Empathie und Offenheit“ in der Führung und die Forderung nach „Vertrauen und Individualität“ spiegeln einen tieferen kulturellen Wandel wider. Psychologische Sicherheit, persönliche Anerkennung und ein menschenzentrierter Ansatz werden ebenso wichtig wie traditionelle Karrierewege und finanzielle Anreize. Die Tatsache, dass Mitarbeiter „Empathie und Offenheit statt Stärke“ von ihren Führungskräften wünschen , ist keine oberflächliche Präferenz, sondern ein tiefgreifender Wandel von einem hierarchischen, transaktionalen Führungsmodell zu einem, das psychologische Sicherheit und echte menschliche Verbindung priorisiert. Dies wird durch die Identifizierung von „Vertrauen und Individualität“ als zentrale Attraktionsfaktoren und den Ansatz des „idiosynkratischen Jobdesigns“ weiter gestärkt, der sich auf individuelle Stärken und Bedürfnisse konzentriert. Dies impliziert, dass Mitarbeiter zunehmend Arbeitsplätze suchen, an denen sie sich als einzigartige Individuen wertgeschätzt, respektiert und verstanden fühlen, nicht nur als Ressourcen. Eine wirklich starke Arbeitgebermarke muss diese Werte daher authentisch in ihren Führungspraktiken, ihrer Unternehmenskultur und ihrem Jobdesign verkörpern, um bei modernen Talenten Anklang zu finden.   

Mitarbeiter als authentische Markenbotschafter

Ihre wertvollsten Markenbotschafter sind Ihre eigenen Mitarbeiter. Zufriedene und engagierte Mitarbeiter sind starke, authentische Stimmen, die ihre positiven Erfahrungen über soziale Medien, Testimonials und Rekrutierungsveranstaltungen teilen können. Diese organische Verstärkung Ihrer Arbeitgebermarke ist weitaus glaubwürdiger und wirkungsvoller als jede traditionelle Marketingkampagne und bietet potenziellen Kandidaten einen echten Einblick in den Arbeitsalltag Ihres Unternehmens. Umgekehrt kann mangelnde Authentizität oder negative Erfahrungen, insbesondere auf öffentlichen Plattformen wie Kununu oder Glassdoor, Ihrer Arbeitgebermarke erheblich schwächen und die Rekrutierung deutlich erschweren und verteuern.   

Im Zeitalter der allgegenwärtigen digitalen Transparenz, wie sie durch Plattformen wie Kununu und Glassdoor ermöglicht wird, ist Mitarbeiter-Advocacy nicht nur eine vorteilhafte Marketingtaktik; sie ist ein entscheidender Bestandteil des proaktiven Reputationsmanagements. Negative Erfahrungen, die online geteilt werden, können selbst die ausgeklügeltsten externen Marketingbemühungen schnell und schwerwiegend untergraben. Dies bedeutet, dass Unternehmen ihre narrative Kontrolle nicht mehr ausschließlich über offizielle Kanäle ausüben können. Die authentischen, ungefilterten Stimmen der Mitarbeiter auf öffentlichen Plattformen haben erhebliches Gewicht. Daher wird die Förderung wirklich positiver Mitarbeitererfahrungen zu einer defensiven Strategie für das Reputationsmanagement. Wenn die interne Realität (Mitarbeitererfahrung) nicht mit dem externen Versprechen (Employer-Brand-Botschaft) übereinstimmt, leidet die Glaubwürdigkeit der Marke, was sich sowohl auf die Talentgewinnung als auch auf die Mitarbeiterbindung auswirkt.   

Was Mitarbeiter wirklich wollen: Faktoren für Engagement und Bindung

Empathische & Offene FührungMitarbeiter wünschen sich Empathie und Offenheit statt Stärke von Führungskräften.91% der Mitarbeiter empfinden Mangel an Kommunikationskompetenz bei Führungskräften.
Wertschätzung & AnerkennungGefühl, dass die eigene Arbeit geschätzt wird.69% der Angestellten würden sich mehr anstrengen, wenn sie mehr Wertschätzung erfahren würden.
Sinnstiftende Arbeit & PurposeWissen, dass die eigene Arbeit einen Unterschied macht und zur Unternehmensmission beiträgt.10% Verbesserung der Identifikation mit Mission -> 8,1% weniger Fluktuation, 4,4% mehr Rentabilität.
EntwicklungsmöglichkeitenKarriereperspektiven und kontinuierliche Weiterbildung.70% der Mitarbeiter fühlen sich stärker gebunden, wenn sie Entwicklungsmöglichkeiten sehen.
Flexible ArbeitsmodelleSelbstbestimmte Arbeitszeiten, Homeoffice, Workation-Möglichkeiten, hybride Modelle.54% der Arbeitnehmer würden ihren Arbeitsplatz aufgeben, wenn keine Flexibilität bei Ort/Zeit geboten wird.

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